Mehr als steinerne Zeugen

Patrozinium des Priesterseminars am 29. Juni 2018

Genau ein Jahr nach der Weihe der neuen Seminarkirche durch Erzbischof Hans-Josef Becker konnte die Hausgemeinschaft des Priesterseminars am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus 2018 erstmals das Patronatsfest der neuen Seminarkirche feiern – und zugleich an die eindrucksvolle Weihehandlung im Vorjahr zurückdenken. In den letzten zwölf Monaten ist die neue Kirche zu einem Ort geworden, der neben den gemeinsamen Gottesdiensten von vielen Studenten auch zum persönlichen Gebet im Studienalltag aufgesucht wird und somit ein fester Bestandteil des Lebens geworden ist.

Zu den Feierlichkeiten waren zahlreiche Gäste, Freunde und Wegbegleiter aus dem Umfeld des Priesterseminars, die Stipendiaten des orthodoxen Studienkollegs St. Irenäus, Mitglieder des Domkapitels sowie zahlreiche Professoren der Theologischen Fakultät gekommen. Der gemeinsame Abend begann mit einem Pontifikalamt in der Seminarkirche, dem Weihbischof Matthias König vorstand. Musikalisch wurde die Liturgie durch die Schola des Priesterseminars und Jens Baronowsky an der Orgel mitgestaltet. 

Weihbischof König blickte in seiner kurzweiligen Predigt auf die Geschichte des Priesterseminars zurück, indem er von den steinernen Statuen der Apostelfürsten Petrus und Paulus ausging, die sich seit 1931 an der Fassade des alten Seminargebäudes am Eingang der heutigen Katholischen Hochschule befinden. Beginnend mit der Weimarer Republik über die Wirren der NS-Zeit, den Wiederaufbau nach dem Krieg bis hinein in die Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils und schließlich unsere Gegenwart stellte der Weihbischof dar, wie sich die Situation der Priesterausbildung und das Leben als Seminarist im Schatten der beiden Apostelstatuen im Laufe der Zeit verändert hat. Dabei betonte er, dass die heiligen Petrus und Paulus nicht bloß „steinerne Zeugen“ bleiben dürfen, sondern wie alle Heiligen für uns zu Vorbildern im Glauben werden wollen – als Zeugen, die uns durch ihre Haltungen und Einstellungen dazu animieren, selbst heilig zu werden.

Mit Weihbischof König und dem Hausvorstand des Priesterseminars hatte auch Propst Dr. Elmar Nübold die Messe gefeiert, der über lange Jahre die praktischen liturgischen Übungen des Pastoralkurses geleitet hat und dabei zahlreiche Priesterjahrgänge in die „ars celebrandi“, wie Regens Dr. Michael Menke-Peitzmeyer in seinem Dankwort sagte, mit viel Routine eingeführt hat. So war der feierliche Anlass des Patronatsfestes eine würdige Gelegenheit, Propst Nübold, der diese Aufgabe nun auf eigenen Wunsch aus gesundheitlichen Gründen niederlegen wird, aus seiner Tätigkeit zu verabschieden.

Im Anschluss an die Messe waren alle Gäste zum gemeinsamen Grillen in den Leogarten eingeladen. Bei sommerlichem Wetter bestand so die Möglichkeit, in geselliger Runde den Abend ausklingen zu lassen und das Patrozinium auch über die Liturgie hinaus gebührend zu feiern.

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