Die Hausgemeinschaft des Priesterseminars mit Ihren Gästen

Kirchweihe
am Tag des Patroziniums
des Priesterseminares

„Der Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden!“

Am Donnerstag, den 29. Juni, weihte Erzbischof Hans-Josef Becker in einer feierlichen Zeremonie die neue St. Peter und Paul-Kirche des Priesterseminares. Zuvor war die alte Seminarkirche, die das selbe Patronat trug, am Dienstag, den 27. Juni, nach der gemeinsamen Messfeier der Kommunität mit der Verlesung des Dekretes, unterzeichnet durch Generalvikar Alfons Hardt, profaniert worden.

Tabernakel

In einer feierlichen Prozession setzte sich die Festgemeinde von der Konviktskirche zum Neubau des Priesterseminares in Bewegung. Im Herzen des Neubaus, direkt im Eingangsbereich gelegen, war der neue Gottesdienstraum das Ziel. Die Kirchweihliturgie, die in unseren Tagen keine Alltäglichkeit mehr ist, begann bereits vor den Türen der Seminarkirche. Mehrmals klopfte Erzbischof Becker mit seinem Bischofsstab an die Türen, woraufhin diese sich öffneten. Nachdem der Erzbischof mit seinem Stab ein Kreuz auf die Schwelle des Portales gezeichnet hatte, fand der Einzug in die Kirche statt. Da der neue Kirchenraum, den Studentenzahlen angemessen, kleiner ausgefallen ist als sein Vorgänger, fanden die übrigen Gäste im großzügigen, nahegelegenen Foyer Platz, um der Weiheliturgie folgen zu können.

In mehreren Schritten erfolgte nun die Übereignung des Raumes zu einem Gottesdienstort: Erzbischof Becker entzündete die Osterkerze und segnete sowohl den Kreuzgang, die Kirchenwände und die anwesende Festgemeinde.

Nachdem das Gloria aus der „Kleinen deutschen Messe“ des Komponisten Max Rädlinger und das Tagesgebet verklungen waren, segnete der Erzbischof den Ambo und übergab das Lektionar für die erste Lesung an Sr. Thoma, die schon seit vielen Jahren ihren Dienst in Mitten der Seminargemeinschaft verrichtet. Nachdem die zweite Lesung von unserem Consenior Philipp Neumann vorgetragen worden war, übergab der Erzbischof das Evangeliar an Subregens Michael Kammradt, und die Choralschola des Priesterseminares intonierte das Halleluja vor dem Evangelium.

Auf das Evangelium erfolgte die Homilie des Erzbischofs, sowie das von Schola und Gemeinde gesungene Glaubensbekenntnis, dem sich die Allerheiligenlitanei anschloss. Nun war der Moment gekommen, in dem Regens Michael Menke-Peitzmeyer als „Rector Ecclesiae“ die Reliquien des Hl. Liborius, unseres Bistumspatrons, an den Erzbischof übergab, der diese in den Altar beisetzte. Während Bildhauer und Künstler Thomas Torkler den Schlussstein in den Altar einsetzte, erscholl zur Verehrung des Heiligen das Lied „Sei gegrüßet, o Libori“.

Die Choralschola des erzbischöflichen Priesterseminares, unter der Leitung von „Magister Scholarum“ Tim Störmer, stimmt die Allerheiligenlitanei an.

Erzbischof Hans-Josef Becker setzt die Reliquien des Hl. Liborius in den Altar der Seminarkirche bei.

Bildhauer und Künstler Thomas Torkler, welcher den Altar, den Ambo und das Taufbecken entwarf, setzt den Schlussstein des Altares.

Nun erfolgte die Altarweihe, welche in mehreren Schritten vollzogen wurde: Bei der Besprengung des Altares mit Weihwasser lässt sich an das Wort Jesu denken, dass aus seinem Innern „Ströme lebendigen Wassers fließen werden.“ damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollen, die an ihn glauben“ (Joh 7,38f.). Im anschluss an die Besprengung mit Weihwasser erfolgte die Salbung des Altares mit Chrisam, wodurch der Altar zum Symbol Christi wurde, der vor allen anderen „der Gesalbte“ heißt und ist. Ebenso wurden die Weihesteine gesalbt. Die zwölf Salbungen weisen darauf hin, dass die Kirche ein Abbild des auf dem Fundament der Apostel erbauten himmlischen Jerusalems ist. Zu dieser Salbungshandlung erklang Hans Leo Hasslers „Cantate Domino“.

Die folgende Verbrennung von Weihrauch auf dem Altar verwies darauf, dass das Opfer Christi, das auf dem Altar unter den Zeichen von Brot und Wein gegenwärtig ist, wie lieblicher Weihrauchgeruch zu Gott aufsteigt. Dazu sangen die Choralschola und die Gemeinde im Wechsel den Heilig-Geist-Hymnus „Komm Heilger Geist, der Leben schafft“.

Nach der sich anschließenden kurzen Reinigung des Altares schloss sich nun die Eucharistiefeier an. Zuvor wurden die Kerzen des Altares und im Kirchenraum entzündet. Die Kerzen weisen auf Christus hin, „dem Licht zur Erleuchtung der Heiden“, von dessen Glanz die Kirche und durch sie die gesamte Menschheit erfüllt ist.  Zur Kommunion brachte das Solistenquartett (Cecilia Siebers/ Sopran, Judith Ecke/ Alt, Robin Berthold/ Tenor & Mike Hottmann/ Bass), unter der musikalischen Leitung von Tim Störmer, Edward Elgars „Ave verum corpus“ zu Gehör.

Bevor der Tabernakel in Gebrauch genommen wurde, segnete Erzbischof Hans-Josef Becker diesen, und die Festgemeinde betete vor dem Alleheiligsten.  Nun wurde der Tabernakel geschlossen und das Ewige Licht entzündet.

Nach dem Schlussgebet und dem feierlichen „Te Deum“ ergriff Regens Menke-Peitzmeyer das Wort und dankte an dieser Stelle dem Erzbischof für die Kirchweihe und allen am Neubau und der Durchführung des Festtages Beteiligten. Zum Auszug aus der St. Peter und Paul-Kirche erklang der „Marche pontificale“ des Komponisten Charles Gounod. Nach der Weiheliturgie kamen die etwa 140 Gäste zu einem Abendessen im Speisesaal des Priesterseminares zusammen.

Für alle Anwesenden war der Weihetag ein sehr bewegendes Ereignis, verband doch jeder etwas anderes mit dem alten Konvikts- und Seminarkomplex oder erwartete schon längere Zeit die Entstehung des Neubaus. Mit der Weihe ist nun die Kirche als erster Teil des neuen Priesterseminares seiner Aufgabe zugeführt. Die Eröffnung des gesamten Neubaukomplexes wird im kommenden Studienjahr erfolgen.

Weitere Impressionen vom Weihetag finden sich auf der Homepage des Erzbistums Paderborn.

Informationen über das Konzept der Seminarkirche finden sich im folgenden Faltblatt:

Leostr. 19
33098 Paderborn

Telefon: 05251 206 7221
priesterseminar@erzbistum-paderborn.de