Ehemaliger Spiritual verstorben
Prälat Paul Kathke verstarb am 14. Juli 2026
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Am 14. Juli 2026 verstarb in den frühen Abendstunden der ehemalige Spiritual des Leokonvikts Prälat Paul Kathke. Er lebte schon seit einigen Jahren im Altenheim Westphalenhof in Paderborn, wo er sich besonders um seine Schwester kümmerte und weiterhin vielen Menschen als geistlicher Gesprächspartner und Beichtvater zur Seite stand.
Wir trauern um ihn. Von 1991 bis 2004 war er als Spiritual verantwortlich für die geistliche Begleitung der Theologiestudenten und prägte so mehrere Priestergenerationen unseres Bistums. Seine bescheidene, zurückhaltende und humorvolle Art und seine tiefe Frömmigkeit bleiben uns und vielen lebendig in Erinnerung.
Unser heutiger Spiritual Christian Städter wurde selbst als Priesterkandidat und darüber hinaus von Prälat Kathke geprägt. In seiner Predigt im Requiem für den Verstorbenen würdigte Spiritual Städter Persönlichkeit und Wirken seines Vorgängers.
Hier finden Sie sie im Wortlaut:
Das Kreuz des Auferstandenen strahlt über den Dächern Berlins
Eine erste Begegnung
Ich kann es auf den Tag genau festmachen, sogar auf die Uhrzeit. Der Tag, an dem ich Paul Kathke zum ersten Mal begegnet bin, war Montag, der 17. September 2001. Damals begann ich meine Priesterausbildung im Leokonvikt, hier in Paderborn. Paul Kathke war schon seit einigen Jahren Spiritual des Hauses.
In meinen Unterlagen, die ich aufbewahrt habe, finde ich noch das Programm des Vorkurses, der vor dem Semesterbeginn lag und mit dem alles begann. Dort folgender Hinweis:
1. Tag: Montag, 17. September 2001
(Ankommen, Umschauen, Kennenlernen)
15.00 Uhr Kaffee
15.30 Uhr Begrüßung und Vorstellungsrunde
In dieser halben Stunde muss ich unserem verstorbenen Bruder zum ersten Mal die Hand gegeben haben. Sicherlich haben wir uns gegenseitig unsere Namen gesagt. Sicherlich hat er mich dabei angeschaut mit dem für ihn so typischen freundlichen, vertrauenserweckenden, demütigen aber auch manchmal schelmischen Lächeln.
In meinen Unterlagen finde ich auch noch einen von mir handgeschriebenen Stichwortzettel: Es muss der erste geistliche Impuls gewesen sein, den Paul Kathke uns als Spiritual gab. Oben auf dem Zettel ist das Datum vermerkt: „24. September 2001 – Tag des Spirituals.“ Dann folgen aneinandergereihte kurze Stichworte. Wenn ich diese Auflistung heute lese, fällt mir auf: Schon bei seinem ersten Impuls für uns junge Studenten ging Paul Kathke gleich ins Zentrum seiner eigenen geistlichen Formung. Das, was ich mir da notiert hatte, war das, was er dann in den kommenden Jahren ausbuchstabierte und vor allem, was er selbst lebte.
Auf meinem Stichwortzettel von damals steht:
Christuszentriert
Geduld
Treue im Kleinen
Glauben/Beten: learning by doing
tragende Gedanken („lumina“) notieren – für dunkle Zeiten
Wer ist Christus für mich?
Wer bin ich für Christus? Joh 15, 12-16
Vgl.: Freundschaft/Vertrauen zu Menschen – zu Christus
Wie stelle ich ihn mir vor?
Alles vor Gott bringen (auch die dunklen Dinge oder die Kleinigkeiten)
Im Zentrum Christus
Das Zentrum für Paul Kathke, für sein Menschsein, für sein Priestersein, für seine Tätigkeit als Pfarrer und Spiritual war seine freundschaftliche, persönliche Beziehung zu Jesus Christus. So, wie es Jesus im Johannesevangelium seinen Jüngern mitgibt: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Joh 15, 15) Christus, eine Freundschaft mit ihm als Dreh- und Angelpunkt des eigenen Lebens, der eigenen Berufung. Das hat uns Paul Kathke mitgegeben, schon in den ersten Tagen.
15 Jahre später war ich dann an der Reihe. Als neuer Spiritual im Priesterseminar hatte ich im April 2016 meinen ersten großen Recollectionsvortrag zu halten. Er war überschrieben mit: „Im Zentrum Christus“ 15 Jahre lagen dazwischen. 15 Jahre, in denen ich studiert hatte, in denen ich mich auch von anderen geistlichen Lehrern habe formen lassen. Aber das Fundament blieb und bleibt das von Paul: christuszentriert – im Zentrum Christus.
Dieses Zentrum, für das sich Paul in seinem Leben entschieden hatte, weist je gerade über sein irdisches Leben hinaus. Die Hoffnung, die ihn getragen hat und von der er uns immer wieder Zeugnis ablegte, war ja: Auch nach meinem irdischen Leben auch im Hinübergehen in Gottes himmlisches Reich wird das gelten: im Zentrum Christus. Denn es ist Christus, der ihm und uns allen zuruft: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ (Joh 11, 24) So nährt gerade das Lebenszeugnis von Paul Kathke unsere Hoffnung, wenn wir um ihn trauern; eben weil Paul nicht aus der Perspektive des rein Irdischen, sondern stets aus der Perspektive des Ewigen lebte. Das war seine Motivation, Christ zu sein. Das war seine Motivation, in der Kirche als Priester Dienst zu tun: der Blick auf Gott, zu dem Christus uns führt; der Blick auf das Ewige. Dieser Blick war für ihn das Zentrale in seinem priesterlichen Dienst. Die Kirche, so wurde es in unserem Dom vor einigen Wochen formuliert, die Kirche „muss Zeichen sein, nicht Selbstzweck. Nicht Club. Nicht Milieu. Nicht religiöse Dienstleistungsagentur. Sondern ein Zeichen, das über sich hinaus auf Christus verweist.“ Paul würde zustimmend und zufrieden nicken.
Alles vor Gott bringen
„Alles vor Gott bringen (auch die dunklen Dinge oder die Kleinigkeiten)“ so steht es weite auf meinem Stichwortzettel von Pauls erstem Impuls. Wenn Paul geistliche Vorträge hielt, waren es keine abstrakten, akademischen Abhandlungen. Er hielt sie stets aus der Haltung des Pfarrers, der die Pastoral, den Umgang mit Menschen im Blick hatte: „Das Herz an die Angel hängen!“ war sein geflügeltes Wort dafür. Seine Impulse waren vor allem eins: erfahrungsgesättigt. Immer wieder versorgte er uns mit kleinen Anekdoten aus seinem eigenen Leben, die er dann geistlich ausdeutete. Er nahm uns gleichsam an die Hand und führte uns an die Orte, an denen er sein Christsein gelebt hatte: nach Weißenfels, wo die Jesuiten über die Friedenstaube im Wappen von Pius XII. predigten; nach Lippstadt, wo Hausbesuche das Wichtigste waren; nach Paderborn, wo manch junger Kleriker durch das eitle Tragen einer schwarzen Soutane ihm das Tragen seiner violetten Soutane etwas vergraulte.
„Alles vor Gott bringen (auch die dunklen Dinge oder die Kleinigkeiten)“ Erst später habe ich verstanden: Dahinter stand eine große geistliche Gabe. Paul hat es verstanden, in den Begebenheiten des eigenen Lebens Gottes Spur und Gottes Wirken zu suchen und zu finden. Das, was andere als frömmelnd abtun würden, war für ihn geistliche Methode. Es war, wenn wir so wollen, sein Verständnis von geistlicher Unterscheidung. Alles brachte er im Gebet und in der Meditation vor Gott: auch die dunklen Dinge und auch die Kleinigkeiten. So erkannte er dann gerade hier die Spur Gottes. Schelmisch mutete das manchmal an.
Das sphärische Kreuz
Eine Begebenheit, die er uns oft erzählte, war die sogenannte „Rache des Papstes“. Ich glaube, er selbst wählte diesen Begriff nicht, aber in der Literatur findet sich diese Bezeichnung. Es geht um folgendes: Ende der 60er Jahre errichtete das kommunistische Regime der DDR im abgerissenen Marienviertel in Berlin den Fernsehturm; mit 368 Metern noch immer das höchste Bauwerk Deutschlands. Für das DDR-Regime sollte dieser Turm mitten in der Hauptstadt auch die Überlegenheit des Sozialismus‘ in den Westen ausstrahlen. Nur zeigte sich ein Problem: Auf der großen, prägnanten Turmkugel entsteht bis heute durch die Reflexion direkter Sonneneinstrahlung ein sphärisches Kreuz. Das Kreuz strahlt auch über jenen, die die Religion ablehnen und bekämpfen. Christus ist nicht zu besiegen, auch wenn es in dunklen Stunden in meinen Augen so scheinen mag und ich unter diesem Eindruck leide.
Das Bild des sphärischen Kreuzes auf dem Fernsehturm von Berlin lässt sich vielleicht auch lesen am Tag einer Beerdigung: Wir sehen einen toten Leib, einen Sarg, und doch glauben wir: Christus, der Auferstandene, strahlt über alledem. Der irdische Tod hat nicht das letzte Wort. Christus ist nicht besiegt, sondern er hat den Tod besiegt und öffnet die Tür ins ewige Leben:
für Paul, für uns alle.
Das Jesuskind aus der Weihnachtskrippe
Eine zweite biographische Erinnerung, die uns Paul öfters schilderte: Die Entscheidung der Familie Kathke aus Weißenfels, die DDR zu verlassen, führte zur Flucht, über Berlin. Es konnte nur das Wichtigste mitgenommen werden. Das erste Weihnachtsfest im Westen war von einer gewissen Nostalgie geprägt. Aber dann, so schilderte es uns Paul, holte Mutter Kathke eine kleine Schachtel hervor. Die Schachtel wurde geöffnet und in ihr fand sich das kleine Jesuskind aus der heimatlichen Krippe. Die Mutter hatte es auf der Flucht mitgenommen. Eine anrührende biographische Notiz!
Wie sehr bedürfen wir doch der erfahrbaren und sichtbaren Dinge, weil sie uns zum Zeichen, zum Verweis auf Gott selbst werden: auf seinen Schutz, auf seine Nähe, auf seine Zärtlichkeit, wie es Papst Franziskus so oft formuliert hat. Das Leben unserer Verstorbenen, die tief fromm waren, wird uns im Gedenken selbst zum Zeichen, zum Verweis auf Gottes Schutz, auf seine Nähe, auf seine Zärtlichkeit. Mir geht es so mit meinem eigenen Großvater und nun auch mit meinem geistlichen Vater, Spiritual und Mitbruder Paul Kathke. Sein Leben als Verweis auf Gott, der in seinem Sohn strahlt über unserer Welt, so wie das sphärische Kreuz auf dem Fernsehturm über den Dächern Berlins.
Dankbarkeit
Hieraus folgt ein Letztes, was uns Paul selbst immer wieder mitgegeben hat: „Und bei allem die Dankbarkeit nicht vergessen!“
Ein Danklied sei dem Herrn für alle seine Gnade;
er waltet nah und fern, kennt alle unsre Pfade.
Ganz ohne Maß ist seine Huld
und allbarmherzige Geduld.
Gib dich in seine Hand mit innigem Vertrauen;
sollst statt auf eitel Sand auf echten Felsen bauen,
dich geben ganz in Gottes Hut,
und sei gewiss, er meint es gut.
Die Hausleitung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verneigen sich vor diesem treuen und vorbildlichen Priester.
Aktuelle Seminaristen
Bildunterschrift
Seminaristen mit Regens Stefan Kendzorra (rechts): v.l. Lukas Klimke (7. Semester), Thomas Pieper ( 1. Semester), Matthias Baumeister (11. Semester), Torben Rassenhövel und Tristan Schnöde (beider Propädeutikum)
Start als Vikar in Bad Driburg
Nach seiner Hausprimiz und der anschließenden Pflanzung seines Primizbaums beginnt für den Neupriester Viktor Schefer nun ein neuer Lebensabschnitt: Er tritt seinen Dienst als Vikar in Bad Driburg an.
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Neue Mitarbeiterin am Empfang des Leocampus
Am Empfang des Leocampus gibt es ein neues Gesicht: Sandra Hartley. Sie arbeitet eng zusammen mit Julia Murakami und Bettina Streit.
Neuer Verwaltungsleiter Holger Wibbe
Zum 1. Mai 2026 wurde Herr Holger Wibbe zum neuen Verwaltungsleiter ernannt. Er tritt die Nachfolge von Herrn Markus Zeisberg an, derin den Bereich Finanzen des Erzbischöflichen Generalvikariates Paderborn gewechselt hat.
Neue Sekretärin Inga Theismann
Frau Inga Theismann ist seit dem 1. April 2026 neue Sekretärin auf dem Leocampus. Sie folgt auf Monika Lipsewers, die zum 30. November 2026 in den endgültigen Ruhestand tritt.
Beauftragung Pastor Andreas Kreutzmann
Unser Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz hat den früheren Subregens am Priesterseminar Pastor Andreas Kreutzmann zum 1. Mai 2026 zur Mitarbeit in der Leitung des Priesterseminars ernannt.
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Um in der Priesterausbildung unseres Erzbistums, gemeinsam mit dem Regens und dem Spiritual eine „Ausbildungsgemeinschaft“ zu ermöglichen und im Blick auf die Ausbildung der Seminaristen die Wahrung des „Vier-Augen-Prinzips“ sicherzustellen, wird Pastor Kreutzmann diese Aufgabe bis auf Weiteres neben seiner Tätigkeit als Diözesanbeauftragter für die Ständigen Diakone unseres Erzbistums wahrnehmen. Pastor Kreutzmann wird nicht in das „Tagesgeschäft“ des Priesterseminars eintreten, sondern dem Regens vor allem im Bereich der Personalentscheidungen im Ausbildungsbereich zur Seite stehen.
Vor dem Hintergrund der Veränderungen auf dem „Leo-Campus“ wird das Amt des Subregenten am Priesterseminar momentan nicht wieder besetzt.

Thomas Pieper im Amt des Hausseniors
Nach dem Ausscheiden von Lukas Klimke übernimmt ab sofort Thomas Pieper aus dem 2. Semester von ihm das Amt des Hausseniors. Er ist nun der Sprecher der Seminaristen.
Vor 50 Jahren verstarb Prälat Josef Höfer
Direktor der Leokonvikts und Botschaftsrat
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Siegen/Erzbistum. Am 7. April 1976 verstarb der aus der St. Joseph-Gemeinde in Siegen-Weidenau stammende Prälat Josef Höfer. Josef Höfer erblickte am 15. November 1896 in Weidenau das Licht der Welt. Nach seinem Studium in Paderborn und seiner Priesterweihe 1924 im Paderborner Dom absolvierte er die Dissertation in Rom. Von 1934 bis 1936 war Höfer Direktor der Paderborner Theologenkonviktes Collegium Leoninum, bevor er Professor für Liturgie und Pastoraltheologie in Münster wurde. Die Nationalsozialisten entfernten ihn 1940 von dieser Tätigkeit und erteilten ihm Vorlesungsverbot. Von 1941 bis 1945 war Höfer Dompfarrer in Paderborn. Nach dem Krieg war er Professor für Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn in Paderborn, wo er ebenfalls als Direktor des Leokonvikts wirkte. 1954 wurde er zum kirchlichen Berater der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl ernannt, ein Amt, das er bis 1966 als Botschaftsrat Erster Klasse innehatte. 1960 wurde er als einer der ersten von Papst Johannes XXIII. zu einem Mitglied des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen ernannt. Zwischen 1957 und 1968 gab er zusammen mit Karl Rahner die zweite Auflage des Lexikons für Theologie und Kirche (LThK) heraus. Sein Grab befindet sich auf dem Haardter Friedhof in Weidenau.
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